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Torkuhl in Lübeck
Das Traditionsgeschäft ist heutzutage gewissermaßen eine Institution in Lübeck. Mit fast 250 Jahren zählt Torkuhl zu den ältesten, noch von der Familie geführten, Fachgeschäften Deutschlands. Die Entwicklung der Firma, 1761 als Leinenhandlung gegründet, zeigt Weltgeschichte und Lübecker Historie, wirtschaftlich stürmische Zeiten, Erfolge und Mißerfolge. Inhaber J. Torkuhl ist stolz auf sein Rezept mit einem tiefen Sortiment und kompetenter Fachberatung: „Wir nehmen uns Zeit für unsere Kunden und verwöhnen sie. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda erreichen wir immer wieder neue Kunden, die uns vor allem wegen Service und Beratung aufsuchen. Außerdem werden wir aufgrund unserer Dessous-Auswahl in großen Cups und Größen geschätzt.“ - Fünf von ‘mi‘ symbolisch verliehene Perlen sind dem Traditions-Unternehmen sicher.
Tradition spiegelt, neben den Familienereignissen, auch immer ein Stück deutsche Geschichte und wirtschaftliche Entwicklung wider. Neun Generationen der Lübecker Kaufmannsfamilie Torkuhl bieten ausreichend Stoff für eine Familiensaga. Dramatische Zeiten erlebte Torkuhl wie: 1806, als Napoleons Truppen plündernd und mordend durch die Hansestadt zogen, oder 1942 als in der Bombennacht das Geschäftshaus völlig niederbrannte. Nur mühsam gelang der Wiederaufbau. Im Zuge der Konfektionierung wurde dann 1971 die Schneiderwerkstatt aufgegeben und später auch die Oberbekleidung. Jede Generation war bestrebt, den Nachfolgern eine lebensfähige Existenz zu erhalten, und es gab immer einen männlichen Nachfolger. Die Geschäftspolitik blieb solide. So engagierte sich die Familie nicht nur für das Geschäft, sondern prägte auch Politik und die Entwicklung der Wirtschaft und von Vereinen mit. Beispielsweise war Johann Ferdinand Torkuhl Mitte des 19. Jahrhunderts Bürgermeister von Lübeck, und Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Clara Torkuhl erste Obermeisterin der Wäscheschneider-Innung. Der Blick in die Vergangenheit trübt beim jetzigen Inhaber nicht die Sicht auf die wirtschaftliche Realität der Gegenwart. Daher sind J. Torkuhl die Qualifikation seiner sechs Mitarbeiterinnen im Verkauf und die hohe Qualität der Produkte enorm wichtig. Auch Aktionen spielen im Wäschehaus eine große Rolle. Hierbei holt man sich die Lieferanten mit ins Boot. Und mit einem Blick in die Zukunft weiß Torkuhl: „Wir müssen uns schon anstrengen, um uns neben den großen Kaufhäusern, also unseren Mitbewerbern, zu behaupten. Daher müssen die Kunden merken, daß sie hier in guten Händen sind. Übrigens, Herren betreten das Geschäft immer öfter, um auch für sich selbst Unterwäsche einzukaufen.“ - Fünf von ‘mi‘ symbolisch verliehene Perlen sind dem Traditions-Unternehmen sicher. |